Portal zur Geschichte der Sozialdemokratie

Döring, Ernst

Geboren:

* 02.08.1889 in München 2

Anschrift:

München, Röntgenstr. 2 (1940) 3

Beruf:

Fahrradmechaniker 2
Elektromonteur 1, 2
Angestellter 2
Angestellter

Döring, Ernst

Mitglied der SPD. Verhaftung nach Denunziation 1940, Schutzhaft und Untersuchungshaft 1940/1941, Gefängnis und Zuchthaus 1941/1942.

Politischer Werdegang und Funktion in der SPD

SPD ab 1925 1, 2

Verfolgung

Fristlose Entlassung am 26.09.1940 2
aufgrund einer Denunziation vom 26.09.1940
Verhaftung am 27.09.1940 2
aufgrund der Denunziation
Schutzhaft 2
Gefängnis der Gestapo im Wittelsbacher Palais, München vom 27.09.1940 bis 06.10.1940
Untersuchungshaft 2
Gefängnis München-Corneliusstraße vom 07.10.1940 bis 19.02.1941
Prozess
Sondergericht München
In der Anklageschrift werden u.a. die folgenden Äußerungen Domeyers aufgeführt:Zum Elser-Attentat: Um die, die dem Anschlag zum Opfer fielen, sei es nicht schade. Zum Krieg: Die vernichteten Tonnagen englischer Schiffe seien unwahr; die Deutschen könnten gar nicht so viele Schiffe versenken, wie die Engländer hätten. Die Franzosen hätten den Krieg nicht gewollt, die Deutschen hätten ihn angefangen.Über den Luftkrieg: Papier sei geduldig; er höre keine deutschen Nachrichten, man müsse Schweizer Sender hören.Offenbar hatten zwei Lehrlinge, die dann vor Gericht als Zeugen auftraten, dem Arbeitgeber über die Äußerungen berichtet. Dieser war NSDAP-Ortsgruppenleiter. Nach Dörings Vermutung hatte dieser ihn bei der Gestapo anzeigte. Er bestritt zwar einige dieser Äußerungen, allerdings hielt das Gericht die Zeugen für glaubwürdig.
Urteil vom 19.02.1941: Fortgesetztes Heimtückevergehen und fortgesetztes Verbrechen der Weitergabe von Nachrichten ausländischer Sender und des verbotenen Abhörens ausländischer Sender
Strafmaß: Zuchthaus 2 Jahre
unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft
Ehrverlust 2 Jahre
Strafhaft 2
Gefängnis München-Corneliusstraße vom 19.02.1941 bis 27.02.1941
Gefängnis München-Stadelheim vom 27.02.1941 bis 27.03.1941
Zuchthaus Amberg vom 27.03.1941 bis 19.10.1942
Im Zuchthaus Amberg war er in der Schlosserei beschäftigt. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus erhielt er eine Anstellung bei der Universitäts-Augenklinik in München.

Weitere Daten

Schadenskategorie
  • Schaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen
  • Schaden an Freiheit
Quellenverweis

StAM, Stanw

Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaften

  • Quellenart: Archivalien
  • Status: Unveröffentlichte Quellen

BayHStA, LEA

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt

  • Quellenart: Archivalien
  • Status: Unveröffentlichte Quellen

Münchner Stadtadreßbuch

Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff.

  • Quellenart: Bücher und Broschüren
  • Status: Veröffentlichte Quellen und Literatur
Anmerkungen: in Monacensia, Theresienstr. 23